Laborwerte von A-Z: Alles mit B


Bilirubin, Urobilinogen

Bilirubin ist ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen. Da die roten Blutkörperchen nur etwa 120 Tage leben, fällt jeden Tag eine größere Menge Bilirubin an.

Aus dem zunächst entstehenden wasserunlöslichen Bilirubin (indirektes Bilirubin) wird in der Leber das wasserlösliche direkte Bilirubin gebildet und mit der Galle in den Darm ausgeschieden. Von dort wird es zu etwa 85 % wieder ins Blut aufgenommen und zu 15 % nach Umbau mit dem Stuhl als bräunlicher Stuhlfarbstoff ausgeschieden. Steigt der Bilirubinspiegel im Blut krankhaft an, verfärben sich Haut, Schleimhäute und auch die Lederhaut des Auges gelb (Gelbsucht).

Routinemäßig wird im Blut das Gesamtbilirubin (Gesamt-Bili) gemessen. Das direkte Bilirubin sowie die Bilirubinausscheidung im Urin werden nur bei Bedarf zur Ursacheneingrenzung bei Gelbsucht bestimmt.

Normalbereich [KLL; LAB]

  • Direktes Bilirubin im Blut: < 0,3 mg/dl = 5,1 µmol/l
  • Indirektes Bilirubin (= Gesamt-Bili - direktes Bili) im Blut: < 0,8 mg/dl = < 13,7 µmol/l
  • Gesamtbilirubin (= direktes Bili + indirektes Bili) im Blut: < 1,1 mg/dl = < 18,8 µmol/l
  • Neugeborene: je nach Lebenstag, insgesamt höher aufgrund der noch nicht voll ausgereiften Leberfunktion
  • Urobilinogen im Urin: nicht nachweisbar.

Indikation

Nachweis, Ursachensuche und Verlaufskontrolle einer Gelbsucht

Ursachen erhöhter Werte

  • Lebererkrankungen, z. B. akute Leberentzündung (Virushepatitis), Leberzirrhose, Leberschädigung im Rahmen einer Vergiftung
  • Stauung der Gallenflüssigkeit (Cholestase), z. B. infolge einer Entzündung oder eines Abflusshindernisses in den Gallengängen (Gallensteine oder Tumor)
  • Übermäßiger Abbau von roten Blutkörperchen (Hämolyse), z. B. bei hämolytischen Anämien, Blutgruppenunverträglichkeit bei Transfusionen
  • Angeborene Bilirubinausscheidungsstörungen wie das Meulengracht-Syndrom. Dabei ist die Bilirubinausscheidung zwar verlangsamt und es kommt bei Stress oder Hungerzuständen zu einer leichten Gelbfärbung von Augäpfeln oder Haut, ansonsten ist aber die Leberfunktion normal, und die Aussichten für den Betroffenen sind gut.
  • Bei Neugeborenen: Neugeborenenikterus.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blei (Pb)

Blei ist ein Schwermetall, das über die Lunge (Staub, Rauch, Dampf) und den Magen-Darm-Trakt (Lebensmittel, Trinkwasser) aufgenommen werden kann.

Die Bleibelastung ist insgesamt durch den Verzicht auf verbleite Kraftstoffe, geringere industrielle Verwendung, bessere Abgas- bzw. Abluftreinigung, aber auch Auswechseln bleihaltiger Wasserleitungen in den letzten Jahren erheblich gesunken. Heute sind – abgesehen von beruflichen Expositionen – Schnupftabak sowie bestimmte Rostschutzmittel, Farben und Chemikalien wesentliche Ursachen einer Bleibelastung.

Blei schädigt vor allem die roten Blutkörperchen (Blutarmut), Magen-Darm-Trakt, Nervensystem und Nieren.

Normalbereich [LAB; TLD]

  • Vollblut: < 0,5 µmol/l (< 100 µg/l)
  • 24-Stunden-Sammelurin: < 0,72 µmol/24 Std. (< 150 µg/24 Std.)

Indikation

  • Verdacht auf Bleivergiftung
  • Überwachung von Arbeitnehmern im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen
  • Anwohner umweltbelasteter Quartiere/Regionen

Hinweise

Eine länger als 20 Tage zurückliegende Bleiexposition ist unter Umständen nicht mehr erkennbar, da bis dahin 90 % des Bleis im Knochen eingelagert ist. Die nicht selten propagierte Haaruntersuchung ist nicht zu empfehlen, da sie durch außen auf den Haaren haftendes Blei verfälscht werden kann.

Die Befundbewertung muss zusammen mit dem Differenzialblutbild und weiteren Parametern der Blutbildung erfolgen, z.B. des an der Blutfarbstoffbildung beteiligten Enzyms Delta-Aminolävulinsäure-Dehydratase und des Protoporphyrin, einem Vorläufer des roten Blutfarbstoffs.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blut im Stuhl

Auch geringe, mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Blutbeimengungen im Stuhl können auf Erkrankungen hinweisen. Der Nachweis dieses okkulten Bluts im Stuhl gelingt mithilfe von Testbriefchen, die der Patient mit einer kleinen Stuhlprobe bestreicht.

Indikation

  • Verdacht auf unbemerkten Blutverlust aus dem Magen-Darm-Trakt (z. B. zur Abklärung einer Blutarmut)
  • Verdacht auf eine gut- oder bösartige Magen-Darm-Erkrankung
  • Im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebs-Früherkennungsprogramme.

Ursachen eines positiven Befunds

  • Gut- und bösartige Magen-Darm-Erkrankungen, z. B. Magengeschwür, Darmpolypen, -divertikel, -krebs, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (etwa Colitis ulcerosa), Hämorrhoiden, Verletzungen der Afterschleimhaut
  • Blut, das aus anderer Quelle in den Magen-Darm-Trakt gelangt ist, z. B. bei Zahnfleischbluten
  • Verzehr von rohen oder halbrohen Fleischwaren oder bestimmten rohen Gemüsen in den Tagen vor und während des Tests, hoch dosiertes Vitamin C (> 500 mg), bestimmte Medikamente wie Eisentabletten oder Acetylsaliclysäure (Aspirin®).

Hinweis

Ein positives Ergebnis bedeutet keinen Darmkrebs, noch nicht einmal eine Darmerkrankung. Umgekehrt schließt ein negatives Ergebnis eine Darmerkrankung nicht sicher aus, sodass bei weiter bestehendem Verdacht andere Tests folgen müssen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blut im Urin (Hämaturie)

Die gesunden Nierenkörperchen sind so „dicht“, dass sie keine Blutkörperchen in den Urin durchlassen. Auch aus den gesunden Harnwegen geraten praktisch keine roten Blutkörperchen in den Urin. Blut im Urin ist deshalb immer ein Verdachtsmoment für eine Erkrankung, wobei unterschieden wird zwischen einer nur mittels Urin-Teststreifen oder im Mikroskop feststellbaren Mikrohämaturie oder Erythrozyturie und dem sichtbar blutigen Urin (Makrohämaturie).

Normalbereich

  • Urin-Teststreifen: negativ
  • Urinsediment: < 3 rote Blutkörperchen/ Gesichtsfeld bzw. < 8/µl Urin

Indikation

Diagnose und Verlaufskontrolle von Erkrankungen der Nieren und der Harnwege

Ursachen erhöhter Werte

  • Infektionen, Tumoren und Verletzungen von Nieren oder Harnwegen
  • Glomerulonephritis
  • Nierensteine
  • Extreme körperliche Anstrengungen am Untersuchungstag oder -vortag
  • Fieber und Austrocknung
  • Einnahme blutverdünnender, gerinnungshemmender Medikamente
  • Bei Männern auch Prostataerkrankungen
  • Bei Frauen auch Menstruation.

Hinweise

Nach der Einnahme großer Mengen Vitamin C sind falsch negative Ergebnisse im Urinteststreifen möglich.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blutbild, großes

Auch das große Blutbild ist eine Standarduntersuchung. Es beinhaltet die Werte des kleinen Blutbilds und zusätzlich ein Differenzialblutbild, das die weißen Blutkörperchen in die einzelnen Zellgruppen differenziert.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blutbild, kleines

Das preisgünstige kleine Blutbild gehört zur Basisdiagnostik jeder unklaren Erkrankung. Es umfasst:

  • Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • Hämoglobin
  • Hämatokrit
  • Erythrozytenindizes MCV, MCH, MCHC
  • Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
  • Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten).

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blutgasanalyse

Zur Blutgasanalyse gehören pO2, pCO2, Blutsauerstoffsättigung, pH-Wert, Standardbikarbonat und Basenüberschuss.

Die Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxid werden im Blut mithilfe des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin transportiert. Maß für ihre (Teil-)Konzentrationen sind ihre Partialdrücke im Blut. Der pO2 (paO2 = arterieller Sauerstoff-Partialdruck) und pCO2 (paCO2 = arterieller Kohlendioxid-Partialdruck) gehören zu den wichtigsten Größen der Blutgasanalyse.

Als [Blut-]Sauerstoffsättigung (O2sat) bezeichnet man den Anteil des mit Sauerstoff beladenen Blutfarbstoffs am gesamten Blutfarbstoff. Bei gesunden jungen Menschen liegt sie nahe 100 %, im Alter sinkt sie etwas ab. Bei vielen Fragestellungen reicht es, die Sauerstoffsättigung nicht-invasiv mit Hilfe eines Pulsoxymeters an Finger oder Zeh zu bestimmen.

Der pH-Wert (kurz pH) gibt die Wasserstoffionenkonzentration einer Lösung an. pH 7 bedeutet definitionsgemäß neutral, pH < 7 sauer, pH > 7 alkalisch. Der Blut-pH-Wert liegt ganz leicht im alkalischen Bereich und wird vom Körper mittels chemischer Puffersysteme aus Puffersäuren und dazugehörigen Pufferbasen innerhalb enger Grenzen konstant gehalten. Das wichtigste Puffersystem ist das Bikarbonat. Die unter Standardbedingungen bestimmte Bikarbonatkonzentration im Blut, genannt [Standard]Bikarbonat (HCO3-), ist ein wichtiger Parameter bei der Erkennung stoffwechselbedingter Störungen des Säure-Basen-Haushalts.

Als Basenüberschuss (BE, base excess) bezeichnet man die Abweichungen aller Pufferbasen vom Mittelwert beim gesunden Erwachsenen, der mit dem Wert Null (0 mmol/l) festgelegt wurde.

Normalbereich (arterielles Blut, arterialisiertes Kapillarblut)

  • pO2: > 70 mmHg (> 9,5 kPa)
  • pCO2: 32–45 mmHg (4,3–6,1 kPa)
  • [Blut]Sauerstoffsättigung: 94–98,5 %
  • pH: 7,37–7,45
  • [Standard]Bikarbonat: 21–26 mmol/l
  • Basenüberschuss: -2 bis +3 mmol/l.

Indikation

  • Lungenfunktionsstörungen
  • Schwere Kreislaufstörungen, Schock
  • Chronisches Nierenversagen
  • Diabetisches Koma und andere Stoffwechselentgleisungen
  • Störungen des Säure-Basen-Haushaltes durch schweres Erbrechen oder Durchfall
  • Überwachung während Operationen
  • Beim Ungeborenen während der Geburt (Fetalblutanalyse).

Ursachen veränderter Werte

  • Erniedrigter pO2-Wert, evtl. mit erhöhtem pCO2-Wert (respiratorische Partialinsuffizienz bzw. respiratorische Globalinsuffizienz): Einschränkungen der Atemfunktion, z. B. bei Lungenentzündung, Lungenfibrose, COPD.
  • Erniedrigter pH-Wert (Azidose = Übersäuerung des Bluts): Eine stoffwechselbedingte metabolische Azidoseentsteht durch vermehrte Bildung oder Zufuhr von Säuren, den Verlust von Basen oder gestörte Ausscheidung von Säuren über die Niere. Eine atmungsbedingte respiratorische Azidose wird durch verminderten Gasaustausch in den Lungenbläschen verursacht, z. B. bei schweren Lungenerkrankungen im fortgeschrittenen Stadium oder Cor pulmonale (Mehr zur akuten Übersäuerung).
  • Erhöhter pH-Wert (Alkalose = Basenüberschuss): Eine stoffwechselbedingte metabolische Alkalose ist häufig Folge von Säureverlust durch starkes Erbrechen. Eine atmungsbedingte respiratorische Alkalose entsteht durch zu schnelle Atmung, z. B. als Folge psychischer Erregung (Hyperventilationssyndrom).

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blutkultur

Bei der Blutkultur wird eine Blutprobe zu einer Nährlösung gegeben und danach bebrütet. Im Blut vorhandene Bakterien oder Pilze vermehren sich und können nachfolgend bestimmt und auf ihre Medikamentenempfindlichkeit getestet werden.

Indikation

  • Verdacht auf schwere Infektionen, v. a. Blutvergiftung
  • Fieber, Schüttelfrost unklarer Ursache
  • Kontrolluntersuchung in der Intensivmedizin oder nach einer Fremdkörperimplantation.

Ursachen positiver Befunde

  • Schwere Infektionen, bei denen immer wieder Infektionserreger in die Blutbahn gelangen, z. B. Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), Systemmykose (Pilzinfektion mit Befall innerer Organe)
  • Vorübergehende Anwesenheit von Bakterien im Blut, ohne dass diese sich dort vermehren oder in Organe streuen (Bakteriämie)
  • Unzureichende Hygienemaßnahmen (z. B. keine korrekte Hautdesinfektion).

Hinweise

Ein (einzelner) negativer Befund schließt eine schwere Infektion oder Blutvergiftung nicht aus. Bei Weiterbestehen entsprechender Symptome muss die Blutkultur deshalb ggf. mehrfach wiederholt werden. Auch während einer Behandlung mit Antibiotika oder Antimykotika sind falsch negative Befunde häufig, weil die Bakterien vorgeschädigt sind und deshalb nicht mehr „angehen“.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blutkörperchen, rote

Die kernlosen, scheibenförmigen roten Blutkörperchen (Erythrozyten) machen ungefähr 99 % der festen, zellulären Blutelemente aus. Sie bestehen zu rund einem Drittel aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Damit transportieren die roten Blutkörperchen Sauerstoff aus der Lunge zu den Geweben. Ganz junge rote Blutkörperchen heißen Retikulozyten.

Normalbereich (Blut)

  • Frauen: 3,5–5,0 Mio. rote Blutkörperchen/µl
  • Männer: 4,3–5,9 Mio. rote Blutkörperchen/µl

Indikation

Diagnose, Verlaufs- und Therapiekontrolle einer (vermuteten) Blutarmut (Anämie) oder Polyglobulie (Überzahl roter Blutkörperchen)

Ursachen erhöhter Werte

  • Scheinbare Polyglobulie bei starkem Flüssigkeitsmangel (Austrocknung)
  • Sauerstoffmangel, z. B. infolge eines Aufenthalts im Hochgebirge, starken Rauchens, schwerer (länger dauernder) Lungen- oder Herzerkrankungen
  • Nierentumoren, Zystennieren
  • Polyzythämie
  • Doping mit Blut oder Erythropoetin (Epo).

Ursachen erniedrigter Werte

  • Alle Formen der Blutarmut
  • Überwässerung.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blutkörperchen, weiße

Zu den weißen Blutkörperchen zählen die Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Sie gehören zum Immunsystem und bekämpfen Krankheitserreger oder andere fremde Substanzen, aber auch kranke körpereigene Zellen.

Normalbereich [KLL;TLD]

  • Blut: 4 000–10 000/µl
  • Urin: Urin-Teststreifen negativ, Urinsediment < 5 weiße Blutkörperchen/Gesichtsfeld bzw. < 8/Gl Urin
  • Liquor: < 4 weiße Blutkörperchen/µl

Indikation

  • Blut: Diagnose, Verlaufs- und Therapiekontrolle, z. B. von Infektionen, Entzündungen, Gewebezerstörungen, Vergiftungen, Blut- bzw. Knochenmark- oder Tumorerkrankungen
  • Urin: Erkrankungen der Nieren oder Harnwege, insbesondere Verdacht auf Entzündung
  • Liquor: Verdacht auf Infektionen oder andere Entzündungen des (zentralen) Nervensystems

Ursachen erhöhter Werte (Leukozytose)

  • Blut (Differenzialblutbild)
  • Urin: Entzündliche, infektiöse oder bösartige Erkrankungen der Niere oder Harnwege sowie der Prostata beim Mann
  • Liquor: z. B. Hirnhautentzündung, Multiple Sklerose.

Ursachen erniedrigter Werte (Leukopenie)

  • Blut (Differenzialblutbild)
  • Urin und Liquor: ohne Krankheitswert.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Blutplättchen (Thrombozyten)

Die kernlosen Blutplättchen spielen eine Schlüsselrolle in der Anfangsphase der Blutgerinnung.

Normalbereich (Blut)

150 000–400 000/µl (= 150–400 x109/l)

Indikation

  • Klärung unklarer Blutungen, Ausschluss einer Blutungsneigung
  • Verdacht auf Blut- oder Knochenmarkerkrankungen
  • Kontrolle vor Operationen, während Heparinbehandlung, während Strahlen- oder Zytostatikabehandlung (Chemotherapie).

Ursachen erhöhter Werte (Thrombozytose)

  • Kurzzeitig nach körperlicher Anstrengung
  • Als Reaktion auf Infektionen, Tumoren, Blutungen, nach Milzentfernung
  • Erkrankungen des Knochenmarks, v. a. myeloproliferative Erkrankungen wie z. B. die essenzielle Thrombozythämie.

Ursachen erniedrigter Werte (Thrombozytopenie)

  • Bildung von Autoantikörpern gegen Blutplättchen, z. B. nach Virusinfektionen, durch andere Krankheiten oder Medikamente (etwa Heparin)
  • Infektionen
  • Knochenmarkerkrankungen bzw. -schädigungen (z. B. Leukämie, Medikamentennebenwirkungen, Chemotherapie, Bestrahlung)
  • Überfunktion der Milz
  • Künstliche Herzklappen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
BNP (Typ B natriuretisches Peptid)

Bei den natriuretischen Peptiden (natriuretischen Eiweißen) handelt es sich um eine Gruppe von Hormonen, die an der Regelung des Herz-Kreislauf-Systems beteiligt sind. Über mehrere Mechanismen steigern sie letztlich die Natrium- und Wasserausscheidung und senken den Blutdruck. Man unterscheidet das Typ A natriuretische Peptid (ANP), das in den Herzvorhöfen gebildet wird, das Typ B natriuretischen Peptid (BNP) aus den Herzkammern und das Typ C natriuretischen Peptid (CNP) aus den Zellen, welche die Blutgefäße von innen auskleiden (Gefäßendothelzellen).

Diagnostisch besonders relevant sind das BNP und das NT-pro-BNP. Letzteres entsteht, wenn aus dem BNP-Vorläuferhormon das wirksame BNP abgespalten wird.

Normalbereich (Blut)

laborabhängig

Indikation

  • Nachweis, Schweregradeinschätzung, Verlaufs- und Therapiekontrolle einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Prognoseschätzung bei akutem Herzinfarkt oder akutem Koronarsyndrom

Ursachen erhöhter Werte

  • Herzinsuffizienz
  • Lungenembolie
  • Leberzirrhose
  • Nierenversagen
  • Kurzzeitig nach körperlicher Anstrengung

Hinweise

Die Blutentnahme sollte morgens nüchtern und ohne vorangegangene körperliche Anstrengungen erfolgen.

Ein NT-proBNP-Suchtest als Selbstzahlerleistung etwa zum Ausschluss einer Herzinsuffizienz ohne Beschwerden im Herz-Kreislauf-Bereich ist nicht empfehlenswert.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
BSG (Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit)

Lässt man durch Zitratzusatz ungerinnbares Blut in einem senkrechten Röhrchen stehen, so sinken die festen Blutbestandteile nach unten. Die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht (BSG), ist von vielen Faktoren abhängig, u. a. von Zellgehalt und Eiweißzusammensetzung des Bluts. Letztere ändert sich z. B. bei Entzündungen. Eine beschleunigte Blutsenkung ist v. a. ein Hinweis auf eine Entzündung irgendwo im Körper – die BSG gehört deshalb wie das CRP zu den Entzündungsparametern.

Normalbereich (Blut) [KLL; LAB]

  • Frauen unter 50 Jahren: 1. Stunde [Ablesung nach 60 Minuten] bis 20 mm, über 50 Jahren bis 30 mm
  • Männer unter 50 Jahren: 1. Stunde bis 15 mm, über 50 Jahren bis 20 mm

Indikation

Suchtest auf Entzündungen im Körper

Ursachen beschleunigter Blutsenkung

  • Entzündungen (z. B. rheumatische Erkrankungen, andere Autoimmunerkrankungen), Infektionen
  • Nephrotisches Syndrom
  • Fortgeschrittene Tumoren, Plasmozytom (sehr starke Beschleunigung, sog. Sturzsenkung)
  • Schwangerschaft.

Ursachen verlangsamter Blutsenkung

Vermehrung roter Blutkörperchen (Polyglobulie, Polyzythämie)

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess

Unsere Partnerapotheken


Hauptstraße 16
55487 Sohren
zur Website


Hunsrückstraße 34
56865 Blankenrath
zur Website

 

Besuchen Sie auch unser Weingut!

www.weingut-apotheker-bartz.de

News

Frauengehirn belohnt Großzügigkeit
Frauengehirn belohnt Großzügigkeit

Studie zeigt Geschlechterunterschied

Männer und Frauen erwarten durch unterschiedliches Verhalten eine Belohnung. Das zeigt eine aktuelle Hirnstudie. Demnach aktiviert bei Frauen soziales Verhalten das Belohnungssystem im Gehirn – bei Männern hingegen egoistisches Verhalten.   mehr

Entlassrezept hilft Klinikpatienten
Entlassrezept hilft Klinikpatienten

Neues Verordnungsrecht in Kraft

Seit dem 1. Oktober können Krankenhauspatienten bereits bei ihrer Entlassung ein Rezept für benötigte Anschlussmedikation bekommen. Damit entfällt für sie der Weg zu einem niedergelassenen Arzt. Es gibt allerdings einige Sonderregelungen.   mehr

Herzinfarkt gut überstehen
Herzinfarkt gut überstehen

Kurz- und langfristig richtig handeln

Um einen Herzinfarkt gut zu überstehen, braucht es zweierlei: eine möglichst frühe Versorgung durch den Notarzt und eine langfristige Nachsorge durch den Infarkt-Patienten selbst. Was konkret zu beachten ist.   mehr

Gehirnerschütterung ernst nehmen
Gehirnerschütterung ernst nehmen

Gehirn braucht ausreichend Erholung

Eine Gehirnerschütterung macht sich nicht immer direkt als solche bemerkbar. Wonach Betroffene Ausschau halten müssen und welche Maßnahmen sie ergreifen sollten.   mehr

Nächtliches Asthma: Was tun?
Nächtliches Asthma: Was tun?

Hustenanfälle im Schlaf lindern

Nächtliche Hustenanfälle sind für Asthma-Patienten besonders belastend. Lässt sich der potenzielle Auslöser herausfinden, können die Beschwerden aber gelindert werden.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Hirsch-Apotheke
Inhaber Ingmar Bartz
Telefon 06541/93 56
E-Mail info@hirsch-apotheke-mosel.de