Nahrungsergänzungsmittel von A-Z: Alles mit F


Folsäure

Alternative Bezeichnungen: Folat, Vitamin B9

Folsäure ist eine Vitaminvorstufe, die der Körper in das wasserlösliche B-Vitamin Folat umwandelt. Folat übernimmt lebenswichtige Stoffwechselfunktionen, etwa bei der Blutbildung und der Zellteilung. Das Vitamin ist ein natürlicher Bestandteil vieler Lebensmittel. Folsäure dagegen kommt in der Natur nicht vor, sondern wird zur Anreicherung von Lebensmitteln und für Nahrungsergänzungsmittel hergestellt.

Vorkommen

Folat steckt in zahlreichen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, besonders in Getreide, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse. Gute Folatquellen sind:  

  • Weizenkeime: 520 Mikrogramm/100 Gramm
  • Kichererbsen: 340 Mikrogramm/100 Gramm
  • Grünkohl: 187 Mikrogramm/100 Gramm
  • Feldsalat: 145 Mikrogramm/100 Gramm
  • Blattspinat: 145 Mikrogramm/100 Gramm
  • Brokkoli: 114 Mikrogramm/100 Gramm

www.shutterstock.com, Shutterstock Inc., New York, USA
Kichererbsen enthalten neben Folat viel Beta-Carotin und Vitamin E, B und C. Dies geht aus der Nährwerttabelle der DGE hervor. Die auch als Venuskicher bekannte orientalische Erbse ist also sehr gesund - bringt aber nicht an sich zum Lachen. Laut dem "Digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache" verdankt sie Ihren Namen dem lateinischen Wort "cicer" für Erbse. Daraus hat sich im Althochdeutschen das Wort "kihhirra" entwickelt, das wiederum die Basis für die heutige Bezeichnung "Kichererbse" ist.

Bedarf

Die natürlichen Folate in Lebensmitteln werden vom Körper schlechter aufgenommen als die hergestellte Folsäure. Deshalb wird der Tagesbedarf in Folat-Äquivalent angegeben. Bei Zufuhr auf nüchternem Magen gilt: 1 Mikrogramm Folat-Äquivalent entspricht 1 Mikrogramm Folat aus der Nahrung oder 0,5 Mikrogramm Folsäure. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für die tägliche Zufuhr:

  • Jugendliche und Erwachsene: 300 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Schwangere: 550 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Stillende: 450 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Kinder (10-15 Jahre): 240-300 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Kinder (1-10 Jahre): 120-180 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag
  • Säuglinge: 60-85 Mikrogramm Folat-Äquivalent/Tag

Mangelerscheinungen

Bei einem Folsäuremangel sind diverse Zellteilungsprozesse gestört. Die auffälligste Folge ist Blutarmut. Leiden Schwangere unter einer gestörten Zellteilung drohen dem Fötus angeborene Fehlbildungen (Neuralrohrdefekte), angeborene Herzfehler sowie Wachstumsstörungen.

Ursachen:

  • Folatunterversorgung, insbesondere während der Schwangerschaft.
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum, welcher die Aufnahme von Folat verringert.
  • Auch Arzneimittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva, Antiepileptika) oder gegen Krebs (Zytostatika) sowie die „Pille“ setzen die Aufnahme von Folsäure herab und erhöhen so das Risiko für einen Folatmangel.
  • Chronische Erkrankungen des Verdauungstrakts wie Morbus Crohn oder Zöliakie begünstigen ebenfalls einen Folatmangel, da sie die Aufnahme des Vitamins im Darm hemmen.

Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel

Folsäurehaltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Folatmangels aufweisen. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.
Darüber hinaus empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde allen Schwangeren sowie Frauen mit Kinderwunsch die tägliche Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure zusätzlich zur Nahrung. Dies dient der Prävention von Neuralrohrdefekten, angeborenen Herzfehlern und anderen Missbildungen beim Fötus.

Überversorgung

Eine Überversorgung mit Folat aus der Nahrung ist nicht bekannt. Dagegen führt eine chronische Überdosierung von Folsäure als Nahrungsergänzung zu Verdauungsstörungen und Nervenreizungen.


Autor: Sandra Göbel

Unsere Partnerapotheken


Hauptstraße 16
55487 Sohren
zur Website


Hunsrückstraße 34
56865 Blankenrath
zur Website

 

Besuchen Sie auch unser Weingut!

www.weingut-apotheker-bartz.de

News

Wieviel Vitamin B12 muss sein?
Wieviel Vitamin B12 muss sein?

Neue Empfehlung

Erwachsene sollen mehr Vitamin B12 zu sich nehmen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie hat die Referenzwerte für die Vitamin-B12-Zufuhr überarbeitet und um ein Drittel erhöht.   mehr

Wie Patientenaufklärung gelingt
Wie Patientenaufklärung gelingt

Ältere bevorzugen Papier statt Tablet

Das Vermitteln von Informationen rund um das Thema Gesundheit gestaltet sich nicht immer einfach. Ob ein Text als Broschüre oder Comic besser ankommt, hängt bei älteren Menschen auch davon ab, ob er gedruckt oder elektronisch dargestellt wird.   mehr

Herzschwäche durch Klappenfehler
Herzschwäche durch Klappenfehler

Minimal-invasive Operation erfolgreich

Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit, eine Verschlussschwäche der Mitralklappen durch ein künstliches Implantat zu behandeln. Mainzer Wissenschaftler belegten die Vorteile dieser Behandlung für die Betroffenen in einer Studie.   mehr

Lachen ist Medizin
Lachen ist Medizin

Arznei ohne Nebenwirkungen

Lachen ist eine ernstzunehmende Angelegenheit! Es senkt den Blutzucker, normalisiert den Blutdruck und lässt überflüssige Pfunde purzeln – und alles ohne Nebenwirkungen.   mehr

Bessere Zahnvorsorge für Kleinkinder
Bessere Zahnvorsorge für Kleinkinder

Milchgebiss im Blick

Kampf der Karies! Das gilt nach dem neuesten Beschluss des G-BA bald auch vermehrt für Kleinkinder unter 3 Jahren. Denn mit den neu geplanten Kassenleistungen wird das Milchgebiss noch effektiver vor frühkindlicher Karies geschützt.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Hirsch-Apotheke
Inhaber Ingmar Bartz
Telefon 06541/93 56
E-Mail info@hirsch-apotheke-mosel.de